Erste Männer weiterhin in der Erfolgsspur

Obwohl man den Saisonstart gegen die SG NARVA bekanntlicherweise in den Sand gesetzt hatte, ist die aktuelle Position der ersten Männer des BSV92 momentan alles andere als schlecht. Seit besagtem Spiel hat man wettbewerbsübergreifend noch keinen Punkt abgegeben und im ein oder anderen Spiel seine Klasse aufblitzen lassen können.

Vergangenes Wochenende gastierte also der Polizei SV bei uns im Eispalast in der Rüdesheimer. Vorab ist zu sagen, dass keine der beiden Mannschaften Spaß am rutschigen Hallenboden hatte, der jede 1:1-Situation in das Tempo von Iker Romero verwandelte und bei dessen Staub- und Flusenmenge auf dem Boden selbst die Ludolfs anerkennend durch ihre verbliebenen Zähne gepfiffen hätten. Wer sich an die Begegnungen vor zwei Jahren in der Aufstiegssaison erinnert weiß, dass das Wort Schönspielen bei diesen Duellen genauso angebracht ist, wie der Ausruf „Toller Typ!“, wenn Donald Trump eine Pressekonferenz hält. Dieses Mal sollte keine Ausnahme bilden.

Das Spiel wurde von Beginn an durch die robusten Abwehrreihen auf beiden Seiten geprägt. Wir konnten uns zwar mehrmals einen kleinen Vorsprung erspielen, spielten im Angriff jedoch zu hektisch und nicht abschlussorientiert genug. Dank einer soliden Defensive, die kaum einen freien Wurf zuließ stand es nach etwa 20 Minuten 7:5. So weit so gut. In den letzten zehn Minuten stellte man der bis dato maximal durchwachsenen Angriffsleistung völlig ein und so ging es mit 8:8 in die Pause.
Hinten weiter arbeiten und vorne einfach mal den Ball laufen lassen bis die Lücke zumindest halboffen ist. Mehr gab es aufgrund der miserablen Angriffsleistung im ersten Durchgang nun wirklich nicht zu sagen.

Nach dem 9:8-Führungstreffer stellten wir das Handballspielen für gut zehn Minuten komplett ein. Zwei unnötige Zeitstrafen gefressen (PSV übrigens auch) und schon brach das Spiel und die Gäste zogen auf 9:12 davon. Wir verteidigten nicht mehr mit der notwendigen Konsequenz und liefen bis zur 48. Minute einem Rückstand hinterher, ehe sich die aufregendste und wohl auch spielentscheidendste Szene abspielte: Matteo wird per Ellbogen unsanft Richtung Boden befördert (Dank seines Stahlkiefers und Stiernackens ist außer leichten Kopfschmerzen nichts passiert). Die rote Karte folgte auf dem Fuß. Alles nur halb so dramatisch, wäre da nicht der anschließende verbale Konflikt. Wie in der ersten Zusammenfassung erwähnt kenne ich den genauen Ablauf und die Wortlaute die gefallen sind nicht, allerdings ist das Verhalten unserer Zuschauer bestenfalls mit „unter aller Sau“ zu kommentieren. An dieser Stelle sei nur am Rande erwähnt, dass auch die Kommentare des „Gästeblocks“ sowie die Reaktion des betreffenden Spielers alles andere als angemessen waren, aber das soll hier nicht ausgeführt werden. Gegen die resultierende blaue Karte haben die Gäste Einspruch eingelegt.

Ob die Unterbrechung den Gästen, deren Luft zunehmend knapper wurde, geschadet oder geholfen hat lässt sich mit Blick auf den Spielstand recht eindeutig beantworten. In den letzten zehn Spielminuten erhöhten wir noch einmal das Tempo und konnten so in einem, über weite Strecken ausgeglichenen Spiel einen 21:18-Sieg einfahren. Trotz 15 Zeitstrafen und etlicher kriegerisch geführter Zweikämpfe war das Spiel selbst zu keinem Zeitpunkt wirklich unfair, sondern einfach nur hart.

Nächstes Wochenende ist spielfrei, das heißt man darf für zwei Wochen erst einmal am Platz der Sonne verweilen, bevor man zu Gast beim Pokalfinalisten aus Prenzlauer Berg ist. Bis dahin heißt es, weiter an sich arbeiten und immer weiter arbeiten um auch zukünftig oben mitspielen zu können.
P.S: Ganz unkommentiert kann ich die offensichtlichen Seitenhiebe nicht lassen, weswegen ein paar liebgemeinte Zeilen folgen. Eigentlich ist dem gestern erschienenen Bericht des HC Boom nichts mehr hinzuzufügen, aber vielleicht sollte man den Sauerstoff, den das Gehirn verbraucht nicht nur für dämliche Kommentare, sondern zur Abwechslung mal zum Nachdenken nutzen. Die vermeintlichen „Skandale“, die sich um uns ranken haben rein gar nichts mit den Leuten zu tun, die auf der Platte stehen und Woche für Woche für diese Leistung kämpfen, nämlich uns Spielern. Also am besten das nächste Mal die Murmel anschalten und überdenken, was man von sich gibt, bevor man sich gänzlich lächerlich macht.
In diesem Sinne Prost auf das spielfreie Wochenende und einen wunderschönen Start in die Adventstage!

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