HANDBALL IN BERLIN WILMERSDORF

Bei uns bleibt man kleben ...

Tradition seit 1892

Mach den Anfang ...

... und werde Geschichte

Berliner Sport-Verein 1892 e.V. Abteilung Handball Charlottenburg / Wilmersdorf

Mit der Resterampe gegen den Tabellenführer

VfV Spandau III – BSV 92 29:18

Es gibt viele Philosophien, wie man die Ausgangslage des vergangen Sonntages angehen kann. Junge, hitzige Spieler wittern überall den Sieg und die Chance zum ganz großen Wurf. Erfahrene Handballer erkennen an, dass den ungeschlagenen Tabellenführer zu knacken vielleicht nicht das wahrscheinlichste Szenario ist, wenn man mit einer durch Verletzung und kurzfristige Absagen noch weiter ausgedünnte Mannschaft antreten muss. Bei schönstem Herbstwetter packe man also die Reisepässe ein und machte sich auf die Weltreise nach Spandau bei Berlin, wo die örtliche Eisfläche als Handballhalle umlackiert wurde – zumindest konnte man ob des rutschigen Bodens diesen Eindruck gewinnen.

Mit dem Ziel, den Gegner einzuschläfern, oder vielleicht doch eher einer großen Schütte zu entgehen, spielten wir dabei lange, disziplinierte Angriffe. Während wir dabei zwar nie in Gefahr liefen, das Spiel zu gewinnen, darf am Ende festgehalten werden, dass dennoch immer wieder mal schöne Abschlüsse erfolgten und der eine oder andere zuletzt geübte taktische Kniff auch mal zum Torerfolg führten.

Mehr war heute einfach nicht drin und trotz eines deutlichen Ergebnisses musste hier niemand den Kopf hängen lassen. Die wichtige Punkte werden woanders geholt, insbesondere im nächsten Punktspiel gegen Siemensstadt.


Munteres Scheibenschießen ohne Ertrag

BSV 92 vs. SV Adler Berlin 38:40

Es wäre verlockend gewesen, hier einfach den Spielbericht von der vorherigen Saison zu kopieren, denn bis auf die unterschiedlichen Torschützen und ein Gegentor mehr handelte es sich gefühlt um dasselbe Spiel gegen den SV Adler. 78 Tore auf beiden Seiten zeugen von Tempo und Offensive, aber keinesfalls von Defensive.

Nachdem die ersten Minuten noch relativ ebenbürtig zu Toren auf beiden Seiten führten, konnte sich der Gegner dank einiger Flüchtigkeitsfehler leider ein wenig absetzen. Das Resultat war die grüne Karte gegen Hälfte der ersten Halbzeit und eine Umstellung auf eine Offensivdeckung, die bis zur Halbzeit dazu führte, dass ein 8:13 Rückstand in ein 16:16 umgewandelt wurde. Mit etwas mehr Disziplin im letzten Angriff wäre sogar die Halbzeitführung möglich gewesen. Wenige Sekunden vor der Halbzeit gingen dann mit Scholli, der sich sonst wacker im Tor schlug, ein wenig die Gäule durch, als ein eher offensichtliches Phantomtor seitens des Schiedsrichters gegeben wurde. Das anschließende Reklamieren erfolgte derartig hitzig, dass wir die 2. Halbzeit in Unterzahl beginnen mussten. Die Währung für solche Vergehen ist bekannt und sollte demnächst nach dem Training ausgetrunken werden.

In der Tat blieb das nicht die einzige Schiedsrichterentscheidung, die durchaus kritikwürdig war und in einem eigentlich fairen Spiel zu Lasten des BSV ausfiel. Das hat allerdings auch ein wenig mit der eigenen, nicht zwingenden Spielweise und ab und an ein wenig fehlender Cleverness zu tun. Anstatt also jetzt das Momentum zu nutzen und den Gegner, der gegen Ende der 1. Halbzeit schon etwas nervöser wurde, gekonnt auszuspielen. Da die Offensivdeckung jetzt zunehmend fehleranfällig wurde, wäre es hier taktisch vielleicht noch einmal clever gewesen, auf die fehlenden Rückraumaktionen des Gegners mit einer defensiveren Abwehr zu reagieren. Gleichzeitig führte diese aber auch ab und an wieder zu schnellen Ballgewinnen führte, so dass sich unsere Truppe ein zweites Mal von einem amtlichen Rückstand herankämpfen konnte.

Bis zum Ende des Spiels blieb es somit ein umkämpftes Spiel, dass trotz müder Veteranen im Rückraum, einem grippgeschwächten Kreisläufer, einer zwischen unnötig und unglücklichen roten Karte und einigen Verletzten auf der Bank, lange offenblieb. Leider hat es am Ende dann schlicht nicht ganz gereicht. Wenn man 38 Buden schießt, sollte man ein Spiel nicht verlieren. Ein drittes Mal wird das gegen den SV Adler nicht passieren.


Spiel verloren, Motivation behalten

Manchmal kann man auch einer Niederlage etwas gutes abgewinnen, zumindest schien es dieses Wochenende so bei der Zweiten. Am 19.09 ging es mit gemischten Gefühlen in das Spiel gegen die Männer des SV BVB 49 in der Prinzregentenstraße. Ohne Auswechselspieler und ohne Rückraum war uns von vornherein klar, dass das ein hartes Ding zu gewinnen wird, und es war immer auch die Angst mit dabei, dass man hier von dem vollbesetzten Gegner komplett aus der Halle gefegt wird. Diese Angst löste sich im Laufe der ersten Halbzeit. Zwar konnte der Gast immer vorweg legen, wir war ihm aber auf den Fersen. Durch eine Kräfte sparende Spielweise wurde der Gegner nahezu eingeschläfert, bis eine Lücke gefunden wurde, oft mit Torerfolg. Obwohl der SV BVB seine Führung weiter ausbauen konnte, waren wir phasenweise die erfolgreichere Mannschaft, und ließen nur zum Ende hin etwas nach. So ging es schließlich mit 11:16 in die Pause.

In der zweiten Halbzeit konnten die Männer des BSV dann eine Schippe drauflegen. Zwar spielten wir immer noch einen recht langsamen Handball, aber nachdem man sich mehr eingespielt hatte, wurde dieser mit mehr Torerfolgen belohnt. Zusätzlich fischte Philipp im Tor mehr als einen freien Ball raus, sodass diese Hälfte mit 14:13sogar gewonnen werden konnte. Der Endstand von 25:29 lässt ein deutlich knapperes Spiel vermuten, als man davor erwartet hätte.

Im Endeffekt fehlte uns dann doch das letzte bisschen Erfahrung/Glück/Luft um das Spiel für uns zu entscheiden. Vorne ging doch mal ein Ball zu einfach an den Gegner verloren und hinten war man nach 50min spielen einen Schritt zu langsam. Wir haben aber gezeigt, dass wir selbst mit einem unterbesetzten Kader mithalten können. Großen Dank an dieser Stelle an die Spieler die trotz langer Pause oder Migräne hier erschienen sind und das Spiel überhaupt erst ermöglicht haben. Wir freuen uns darauf nächste Woche gegen Buckow antreten zu dürfen, diesmal hoffentlich mit einer etwas volleren Bank.


SG OSF Berlin IV vs. BSV 92 32:26 (16:15)

Zuviel Baustellen auf einmal

Wenn sich nach den ersten zwei Spieltagen eines abgezeichnet hat, dann, dass die frisch begonnene Saison ein ordentliches Stück Arbeit wird. So stehen wir neben den üblichen Störfaktoren zum Saisonstart (Urlaub, Verletzungen) jetzt leider vor der Situation, dass ein eigentlich gut zusammengestellter Kader, der sich erfolgreich in diversen Vorbereitungsspielen durchgesetzt hat, plötzlich stellenweise gar nicht zur Verfügung steht. Mit dieser Truppe wäre der Saisonstart wohl erfolgreicher verlaufen und der Unmut derjenigen, die sich mühevoll Kaderzusammenstellungen überlegt haben, die beiden Männermannschaften überhaupt einen Start in die Saison ermöglichen sollten, ist absolut berechtigt. Das soll es an dieser Stelle aber zunächst zu diesem Thema gewesen sein.

Zu Gast bei der SG OSF IV fand sich also am Sonntag Nachmittag eine Truppe zusammen, die zwar durchaus über Schlagkraft und immerhin auch zwei Auswechselspieler verfügte, aber dennoch taktisch etwas limitiert war und in dieser Konstellation mal wieder so gut wie keine Spielerfahrung vorweisen konnte. Das begann zunächst schon im Tor, wo wir auf alten Adel zurückgreifen mussten und sehr dankbar sind, dass hier ausgeholfen wurde.

Nach der doch sehr einseitigen Erfahrung mit dem Schiedsrichter zum Saisonauftakt waren wir auch durchaus dankbar, diesmal einen fairen Schiedsrichter mit klarer Linie vorzufinden, der beide Mannschaften gleich behandelt hat. Lediglich bei einer doch arg unsportlichen Aktion in einem Gegenstoß gab es eventuell unterschiedliche Auslegungen zum richtigen Strafmaß. Leider fand unsere lustige Truppe dennoch nicht so wirklich ins Spiel. Immer wenn man kurz davor war, sich mal für Kampfbereitschaft zu belohnen, kassierte man schnelle oder unnötige Gegentore, die dafür sorgten, dass man eben permanent einem mal größeren, mal kleineren Rückstand hinterherlaufen musste. Auch offensiv ging vorne einfach zu wenig. Sowohl der Rückraum, als auch der Kreis fanden insbesondere in der ersten Halbzeit nicht gut ins Spiel, beziehungsweise auch keinen Zugang zueinander. Dennoch konnte man sich zum Abschluss der Halbzeit dann noch bis auf ein Tor herankämpfen.

Leider ging es in der zweiten Halbzeit nicht besser, sondern eher schlechter weiter. Schon mit Beginn rutschte man wieder ab und das durchaus körperlich robuste Spiel des Gegners wurde unsererseits nicht so ganz angenommen oder beantwortet. Auch wenn vorne spielerisch teilweise sogar bessere Lösungen zu Stande kamen, verballerten wir noch mehr als in der ersten Halbzeit freie Würfe, manchmal zig Angriffe in Folge. Der gegnerische Keeper konnte sicher was, und ein zunehmend verdreckter Harzball hat definitiv auch den einen oder anderen Ball etwas verrutschen lassen, weil wir unserseits keinen Kleber hatten, aber dennoch muss man sich hier ein wenig mit dem ungeklebten Finger auch an die eigene Nase fassen.

So viel das Resultat am Ende dann doch leider deutlicher aus als notwendig. Auch die Verletzung von Julius, der vom Spiel den Weg ins Krankenhaus antreten konnte, ist hier noch zu erwähnen, wir wünschen gute Besserung!

Jetzt gilt es in den kommenden Wochen, mit dem, was da ist, kräftig weiterzuarbeiten. Immerhin war die Stimmung bei beiden Mannschaften nach Abpfiff trotzdem positiv, auch wenn so eine Niederlage nervt. Hoffentlich heißt es bald dann nicht mehr "Keine Punkte, gute Stimmung... BSV".